Wasserpumpe im Van: Tauchpumpe oder Druckwasser richtig planen

Das Wichtigste in Kürze
- Für eine einfache Spüle reicht eine Tauchpumpe.
- Druckwasser mit Membranpumpe ist komfortabler, braucht aber Druckschalter und Filter.
- Kunststoffrohre mit Steckverbindern haben sich im Selbstausbau bewährt.
- Pumpe richtig absichern und den Vorfilter regelmäßig reinigen.
Inhalt dieses Artikels
Die Pumpe bringt das Wasser aus dem Tank zum Hahn. Dafür gibt es im Camper zwei grundsätzlich verschiedene Systeme: die einfache Tauchpumpe und das Druckwassersystem, wie du es von zu Hause kennst. Welche Variante zu dir passt und wie du sie zuverlässig einbaust, erfährst du hier.
Tauchpumpe oder Druckpumpe?
| Tauchpumpe | Druckwasserpumpe | |
|---|---|---|
| Prinzip | liegt im Tank oder Kanister, wird über einen Schalter an der Armatur eingeschaltet | außerhalb des Tanks, hält das System unter Druck und schaltet über einen Druckschalter |
| Bedienung | Armatur mit Mikroschalter | normale Armatur, Wasser kommt beim Aufdrehen |
| Warmwasser | nur eingeschränkt geeignet | gut geeignet, Boiler und Mischer möglich |
| Mehrere Zapfstellen | aufwendig, jede braucht einen Schalter | einfach |
| Einbau | sehr einfach | aufwendiger, mit Filter und Absicherung |
| Geräusch | leise | hörbar beim Anlaufen, Ausdehnungsgefäß reduziert Takten |
Für einen kleinen Ausbau mit einer Spüle ohne Warmwasser reicht eine Tauchpumpe völlig. Sobald du Warmwasser, eine Dusche oder mehrere Zapfstellen planst, führt kaum ein Weg am Druckwassersystem vorbei.
So funktioniert ein Druckwassersystem
Eine Membranpumpe saugt Wasser aus dem Tank und baut in den Leitungen Druck auf. Ist der eingestellte Druck erreicht, schaltet ein Druckschalter die Pumpe ab. Öffnest du einen Hahn, fällt der Druck, und die Pumpe läuft wieder an. Ein kleines Ausdehnungsgefäß wirkt als Puffer: Es nimmt etwas Wasser unter Druck auf, damit die Pumpe bei kleinen Entnahmen nicht ständig an und aus schaltet. Das schont Pumpe und Nerven, besonders nachts.
Pumpe auswählen
- Fördermenge: In Litern pro Minute. Für Spüle und Dusche im Van reichen meist kleine Pumpen. Eine zu starke Pumpe verschwendet Wasser.
- Abschaltdruck: Muss zu Armaturen und Boiler passen. Die Herstellerangaben des Boilers sind dabei wichtig.
- Selbstansaugend: Druckpumpen sollten trocken ansaugen können, wenn sie höher als der Tank sitzen.
- Trockenlaufschutz: Schützt die Pumpe, wenn der Tank leer ist.
- Geräusch: Gummifüße und flexible Anschlussschläuche dämpfen Vibrationen.
- Stromaufnahme: Steht im Datenblatt und bestimmt Sicherung und Kabelquerschnitt.
Leitungen und Verbinder
Im Selbstausbau haben sich Kunststoffrohre mit Steckverbindern durchgesetzt. Die Rohre werden einfach abgelängt und in den Verbinder gesteckt, ohne Werkzeug und Schellen. Sie sind lebensmittelecht erhältlich und lassen sich bei Bedarf wieder lösen. Alternativ werden flexible Schläuche mit Schlauchtüllen und Schellen genutzt. Wichtig:
- Nur Material verwenden, das für Trinkwasser und für Warmwasser geeignet ist, wenn es an den Boiler geht.
- Rohre gerade und gratfrei abschneiden, damit Steckverbinder dicht sind. Ein Rohrabschneider hilft.
- Leitungen mit Clips befestigen, damit sie bei Fahrt nicht scheuern.
- Den tiefsten Punkt der Anlage mit einem Ablass versehen, damit du sie im Winter entleeren kannst.
- Leitungen möglichst kurz halten und nicht an kalten Außenwänden verlegen.
Beispiel: ein einfacher Leitungsplan
Ein typischer Kastenwagen mit Küche und Außendusche könnte so aufgebaut sein: Vom Tank im Küchenblock führt eine kurze Saugleitung über den Vorfilter zur Pumpe. Hinter der Pumpe sitzt das Ausdehnungsgefäß, danach verzweigt sich die Kaltwasserleitung zur Küchenarmatur und zum Boiler. Vom Boiler führt eine Warmwasserleitung zur Küchenarmatur und weiter zur Außendusche im Heck. Am tiefsten Punkt der Leitungen sitzt ein Ablasshahn. Alle Leitungen laufen im beheizten Innenraum, keine an der Außenwand.
Je weniger Verbinder, Bögen und Meter, desto weniger mögliche Leckstellen. Zeichne deinen Plan auf Papier, zähle die Verbinder und kaufe ein paar zusätzlich. Nichts ist ärgerlicher, als am Samstagabend wegen eines fehlenden T Stücks nicht weiterzukommen.
Materialliste
- Pumpe nach Wahl, bei Druckwasser mit Druckschalter
- Vorfilter zwischen Tank und Pumpe
- Ausdehnungsgefäß, optional aber empfehlenswert
- Rohre und Steckverbinder oder Schläuche mit Schellen
- Rückschlagventil, falls vom Boiler oder Pumpenhersteller vorgesehen
- Armatur, bei Tauchpumpe mit Mikroschalter
- Ablasshähne, Rohrclips, Rohrabschneider
- Leitung, Sicherung und Schalter für die 12 V Versorgung
Einbau Schritt für Schritt
- Plan zeichnen: Tank, Pumpe, Filter, Ausdehnungsgefäß, Boiler, Zapfstellen und Ablässe mit allen Leitungen.
- Pumpe montieren: Gut zugänglich, möglichst nah am Tank und tief, auf schwingungsdämpfenden Füßen. Durchflussrichtung beachten.
- Vorfilter einsetzen: Zwischen Tank und Pumpe, damit keine Partikel die Ventile der Pumpe beschädigen. Der Filter muss für die Reinigung erreichbar sein.
- Leitungen verlegen: Kaltwasser zu Armaturen und Boiler, Warmwasser vom Boiler zu den Mischern. Alles beschriften.
- Ausdehnungsgefäß setzen: Auf der Druckseite hinter der Pumpe, Vordruck laut Anleitung einstellen.
- Elektrik anschließen: Mit eigener Sicherung und einem Hauptschalter, damit du die Pumpe bei Abfahrt abschalten kannst.
- Befüllen und entlüften: Tank füllen, alle Hähne öffnen, bis Wasser ohne Luft kommt, dann schließen.
- Dichtheit prüfen: Läuft die Pumpe bei geschlossenen Hähnen immer wieder kurz an, ist irgendwo eine Undichtigkeit.
Strom und Absicherung
Die Pumpe läuft nur kurz, zieht dabei aber ihren vollen Strom. Absicherung und Kabelquerschnitt richten sich nach der Herstellerangabe. Den Energieverbrauch über den Tag kannst du im Strom- und Solarrechner eintragen, meist ist er gering. Ein Schalter für die Pumpe ist wichtig: Bei einem Leck während der Fahrt pumpt sonst der ganze Tank ins Fahrzeug.
Pflege und Wartung
Den Vorfilter solltest du regelmäßig kontrollieren und reinigen, vor allem nach dem Befüllen an unbekannten Wasserstellen. Vor der Wintersaison wird die Anlage komplett entleert. Druckpumpen haben oft eigene Ablassmöglichkeiten oder lassen sich mit offenen Hähnen leer laufen, achte dabei aber auf den Trockenlaufschutz. Das System desinfizierst du zusammen mit dem Tank, so wie es in Frischwassertank einbauen beschrieben ist. Läuft die Pumpe auffällig laut oder schaltet häufig, lohnt ein Blick auf Ausdehnungsgefäß und Filter.
Typische Fehler
- Kein Vorfilter, Schmutz beschädigt die Pumpe
- Pumpe ohne Hauptschalter, bei einem Leck läuft der Tank leer
- Leitungen nicht entleerbar, im Winter platzen Verbinder
- Abschaltdruck höher als der Boiler verträgt
- Starre Verbindung zur Pumpe, die Vibrationen auf die Möbel überträgt
Wie du warmes Wasser ins System bringst, liest du in Warmwasser im Van.
Quellen
- Umweltbundesamt: Praxisleitfaden für Hersteller und Betreiber mobiler Trinkwasserversorgungsanlagen
- Victron Energy: Wiring Unlimited, Kapitel Gleichstromverkabelung